Ägyptische Hochkultur im Tübinger Schloss: Die Mastaba des Seschemnefer III. und die ägyptologische Sammlung


Vertiefungen und Erweiterungen

Behandliung des Themas

Inhalte Material

Weitere Doppelstunde:
III. Totengericht: wie der Tote das ewige Leben erreicht

Inhalte: Bei dieser dritten Doppelstunde – einer klassischen Schulstunde, die in jedem Schulbuch mit ausreichend Material ausgestattet ist – bietet das Museum der Universität Tübingen anhand eines Sargensembles einer Frau aus dem 7. vorchristlichen Jahrhundert die Gelegenheit, von der klassischen und sehr oft erprobten Darstellung des Totengerichts abzuweichen und ein Objekt aus der 1. Doppelstunde aufzunehmen: das Sargensemble der Taditjaina.

 

3.1 Einstieg: Details aus dem Sargensemble der Taditjaina
Die Schülerinnen und Schüler erkennen das Sargensemble aus Stunde 1 wieder, rekapitulieren die Ergebnisse hierzu und beschreiben die Szenen des Totengerichts.

AB 13

3.2 Erarbeitung: Inhalt und Darstellung des altägyptischen Totengerichts
Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich in Partnerarbeit die wichtigsten Schritte des altägyptischen Totengerichts mithilfe von AB 14a (M). Für schnell arbeitende Schülerinnen und Schüler gibt es zusätzliche Informationen (AB 14c; E). Für Schülerinnen und Schüler, die sich mit dem Verständnis der Vorgänge schwer tun, gibt es als Hilfe Jokerkarten (AB 14b; G). Im Anschluss werden die Ergebnisse ausgewertet und die Schülerinnen und Schüler erläutern die einzelnen Phasen des Totengerichts. Dabei kann die Lehrkraft je nach Leistungsstand der Klasse noch vertieft auf die These von Jan Assmann eingehen (AB 14c, unten).


AB 14a (G)
AB 14b (M)
AB 14c (E)

3.3 Vertiefung zum Totengericht
Die Schülerinnen und Schüler können im Anschluss ihre Nachforschungen zum ägyptischen Totengericht vertiefen. Diese drei Bereiche unterscheiden sich nach Qualität und Quantität in die folgende Themen: die Klageschwestern Isis und Nephthys (G, AB 15a), die Ushebti-Figuren als Helfer der Toten (M, AB 15b) und das Totenbuch des Ani (E, AB 15c). Bei AB 15c reicht es absolut aus, auch nur eine oder zwei Seiten des Totenbuchspruchs zu lesen, um zu verstehen, wie sich die Ägypter das Totengericht vorgestellt haben.


AB 15a (G)
AB 15b (M)
AB 15c (E)

3.4 Auswertung und gegenseitige Information
In Kleingruppen von 3-5 Personen informieren die Schülerinnen und Schüler einander über die unterschiedlichen Aspekte ihrer individuellen Nachforschungen – dabei sollten die Gruppen so gemischt sein, dass möglichst von jeder Vertiefungsform ein Schülerinnen und Schüler in der Gruppe vertreten ist.

 

3.5 Problematisierung: Totenglauben als dynamisches Phänomen der Demo(kra)tisierung und Moralisierung
Mit Hilfe eines erläuternden Textes des Ägyptologen Jan Assmann (AB 16) reflektieren die Schülerinnen und Schüler, welche Folgen es hatte, dass nicht nur die Pharaonen – wie anfangs –, sondern immer mehr die gesamte Bevölkerung Ägyptens Zugang zum Totengericht hatte. Je nach Lerngruppe muss die Lehrkraft hier mehr oder weniger steuern.

AB 16

3.6 Abrundung: Die Rolle der Götter im Leben eines Ägypters
Abschließend kann mithilfe von zwei anregenden Impulsen (AB 17) mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert werden, inwiefern es sich lohnt, sich heutzutage mit der ägyptischen Religion und Hochkultur auseinanderzusetzen.
Einen anderen Akzent kann man – auch als Überleitung zu weiteren Stunden der Unterrichtseinheit Ägypten – setzen, indem man die Jenseitsorientierung relativiert. Die Ägypter konnten natürlich auch das diesseitige Leben mit allen Sinnen genießen, auch wenn die durchschnittliche Lebenszeit zwischen 30 und 35 Jahren lag. So kann man z.B. diskutieren, ob die Bemühungen um das Dasein im Jenseits eher als lebensverlängernde Maßnahmen oder als Vorbereitung auf den Tod zu betrachten sind – und welchen Unterschied dies ausmacht.

AB 17

Zusatzaspekte

Hier werden noch zwei weitere Vertiefungsaspekte angeboten, die sich individuell in den oben dargestellten Doppelstunden einsetzen bzw. ersatzweise verwenden lassen.


AB 18

4.1 Die Tübinger Mastaba in Giza
Zur Beurteilung der Bedeutung der Tübinger Mastaba kann es für die Schülerinnen und Schüler hilfreich sein zu wissen, wo innerhalb des Gräberfelds von Giza sich die Mastaba befunden hat. Auf AB 18 werden mehrere Bilder angeboten, die verdeutlichen, wie nahe Seschemnefer III. den Pharaonen des Alten Reiches war.
AA: Untersuche, wie nahe die Tübinger Mastaba den Pyramiden von Giza lag.

 

4.2 Wie kommt ein ägyptisches Grab nach Tübingen?
Ein weiteres Feld, das die Schülerinnen und Schüler von sich aus ansprechen könnten, da es als Fragestellung sehr naheliegt, ist der Umstand, dass die Mastaba des Seschemnefer III. im Museum in Tübingen steht. Der Weg von Giza nach Ägypten wird in AB 19 dargelegt.
AA: Erkläre, wie die Mastaba nach Tübingen kam.

AB 19

Lernort direkt

Die Museumsleitung des Museums der Universität Tübingen bietet eine ganze Palette von Möglichkeiten an, die man im Museum mit Schülerinnen und Schülern umsetzen kann. Dabei ist auch entscheidend, dass das Museum jenseits der Ägyptologischen Sammlung noch viele wunderbare Schätze birgt.
Zum Thema „Ägyptische Hochkultur“ können die Schülerinnen und Schüler neben den Aktivitäten dieses Moduls noch explizit einen Hieroglyphenkurs vor Ort belegen sowie die Projekte „Ein Tag im Leben des Seschemnefer III.“ oder „Mumien & Co.“. Alle Vor-Ort-Projekte werden von einem Museumspädagogen begleitet.
Weitere Angebote zur Urgeschichte, zur assyrischen, griechischen und römischen Geschichte finden sich hier

Schließlich sei noch auf ein weiteres Angebot des Landesbildungsservers zum Museum der Universität Tübingen hingewiesen: Angesichts der Breite der Dauerausstellung bietet sich ein Besuch im Vorfeld von Klasse 6 (zum Beispiel vor den Sommerferien mit einer Klasse 5 als Vorbereitung auf den Geschichtsunterricht im Rahmen eines Projekts) oder zur Wiederholung der (meisten) Inhalte aus Klasse 6 am Ende des Schuljahres an. Hierzu bietet der LBS Materialien zur Umsetzung vor Ort wie im Klassenzimmer ( Materialien zur Umsetzung)

 

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -

letzte Änderung: 2016-10-07