„Ich habe noch nie auch nur das leiseste Gefühl gehabt, dass ich mich einmal gegen die Menschenrechte vergangen hätte.“
Der ehemalige Landrat Paul Schraermeyer im Hechinger Deportationsprozess 1947/48

Methodenvorschlag

Verlaufsplanung mit Materialien

 

Zeit/
Phase
Inhalte/
methodische Hinweise
Material
G M E (G8/G9)
1. Doppelstunde: Entlastungsstrategien des ehemaligen Hechinger Landrats Paul Schraermeyer vor Gericht
Impuls 6 Millionen Ermordete – und „niemand“ ist verantwortlich?
• Gesamtbilanz: Anzahl der Verurteilten
• Einzelfall: Paul Schraermeyer

AB 1,
Folie 1-7

AB 1,
Folie 1-7
AB 1, Folie 1-7
Input Fallbeispiel: Verfolgung und Deportation der Haigerlocher Juden (LV)
Zur Information des Lehrers: D 1
     

Arbeitsphase I, Ergebnissicherung, Beurteilung

Entlastungsstrategien des Angeklagten
• PA: Herausarbeiten der Entlastungsstrategien
• Plenum: Ergebnissicherung
• Plenum: Beurteilung - Erste Einschätzung der Stichhaltigkeit der Entlastungsargumentationen
AB 2,
AB 3
AB 2,
AB 3
AB 2,
AB 3
Arbeitsphase II, Ergebnissicherung, Beurteilung Überprüfung der Entlastungsargumentationen
• Arbeitsteilige Partnerarbeit: Entwicklung von möglichen Gegenargumentationen des anklagenden Staatsanwalts anhand der Sachinformationen AB 4 (Tandems erarbeiten AB 4 arbeitsteilig)
• GA: Zusammenführung der Ergebnisse der Tandems
• GA / Plenum: Beurteilung der Stichhaltigkeit der Entlastungsargumentationen
AB 4c,
AB 3 
AB 4b,
AB 3
AB 4a,
AB 3
 Reflexion Warum beteiligt sich ein „konservativ-katholischer“ Landrat am Holocaust?
„Rechtfertigungstheorien gehen oft dem kriminellen Verhalten voraus“: Entlastungsargumentationen auch als Erkläransatz dafür, wie „ganz normale Deutsche“ zu Tätern eines „arbeitsteiligen Kollektivverbrechens“ werden konnten? (Plenum)
AB 1,
Folie 8
AB 1,
Folie 8
AB 1, Folie 8
2. Doppelstunde (optional): Freispruch eines Täters - Scheitern der Justiz
Impuls Unschuldsbeteuerung des Angeklagten
• Strategie oder Überzeugung?
• Für das Strafmaß von Bedeutung?
AB 1,
Folie 9
AB 1,
Folie 9
AB 1, Folie 9
Arbeitsphase, Ergebnissicherung Verfassen eines kritischen Leserbriefs, in dem Selma Weil (eine Überlebende, die Paul Schraermeyer angezeigt hatte) den Freispruch kritisiert
• EA: Argumentationen für einen Freispruch auf AB 6 (Urteilsbegründung der Tübinger Landgerichts 1948)
• PA: Gegenargumentationen anhand von AB 5 (Urteilsbegründung des Hechinger Landgerichts 1947)
• PA: Verfassen des Leserbriefs anhand der Informationen von AB 3 und AB 5
• GA: Gegenseitige Präsentation der Leserbriefe, Fixierung von fünf Hauptargumenten gegen den Freispruch.
• Plenum: Ergebnispräsentation
AB 6b,
AB 5b 
AB 6a,
AB 5a
AB 6a,
AB 5a
Reflexion

• Oftmals gescheiterte Strafverfolgung der NS-Täter in der Bundesrepublik:

o ein „Desaster“? (Norbert Frei, Vergangenheitspolitik. Die Anfänge der Bundesrepublik und die NS-Zeit, München 1997, 2. Auflage, S. 304)
o eine „zweite Schuld der Deutschen“? (Ralph Giordano, Die zweite Schuld. Oder Von der Last ein Deutscher zu sein, Köln 2000)


• „Schlussstrichmentalität“ – auch vor Gericht?
• Der Schuldspruch in erster Instanz als vermeintliches „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“? Wie lassen sich die empörten Reaktionen gegen den Schuldspruch in der Öffentlichkeit erklären?
Straftheorien (optional): Strafverfolgung von „Tätern der zweiten und dritten Handlungsebene“ - wozu?

AB 1,
Folie 10-13
AB 1,
Folie 10-13
AB 1, Folie 10-13
Transfer Prozesse gegen NS-Täter: mangelndes Interesse der Öffentlichkeit und „milde Urteile“ - ein Problem für die westdeutsche Nachkriegsgesellschaft?
Impuls: Kritik der Studentenbewegung von 1968 an der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit in Westdeutschland
AB 1,
Folie 14
AB 1,
Folie 14
AB 1, Folie 14

 


- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -

 


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