Unterricht

Schwäbisch Gmünd im 1. Weltkrieg

Methodenvorschlag

Unterricht

Durch ganz unterschiedliche Methoden und Zugangsweisen soll den Schülerinnen und Schülern ein weitgehend eigenständiger Umgang mit einer Vielfalt von Informationen ermöglicht werden.

Da Quellen und Materialien aus der Region die Schülerinnen und Schüler besonders ansprechen, kommen hier Kriegerdenkmäler, Kriegspostkarten, Feldpostkarten, Todesanzeigen und Auszüge aus der Gmünder Stadtchronik (1914-1918) zum Einsatz. Der Schwerpunkt soll dabei ganz bewusst auf den individuellen Erfahrungen der Menschen in den Schützengräben und an der sogenannten Heimatfront liegen.

Vermitteln in den ersten Kriegsjahren (1914/1915) die Motive der Feldpostkarten ein eher positives Bild von der Lage an der Front, so wird bei der Schilderung der Kriegserlebnisse des Gmünder Leutnants Albert Wollinsky von der Westfront in Flandern sehr plastisch die Sinnlosigkeit des Stellungskriegs und der Materialschlachten verdeutlicht.

Die Verluste und das Sterben an der Front belegen auch die vielen Todesanzeigen für gefallene Soldaten im Gmünder Raum. Sie zeigen das Leid der Familien, der Frauen und Kinder, der Eltern und Geschwister - sie lassen aber auch die Werthaltung in der Kaiserzeit erkennen.

TodesanzeigeWie schwierig das Überleben an der Heimatfront ist, belegt ein Auszug aus der Chronik von Georg Stütz, die dieser im Auftrag der Gmünder Stadtverwaltung erstellte. Besonders im Kriegsjahr 1917 litten die Gmünder, wie viele andere, unter der Rationierung von Lebensmitteln und Kohle. Die Chronik schildert, wie sich das Leben der Bevölkerung dadurch drastisch änderte. Durch das Abwiegen ausgewählter Lebensmittelzuteilungen wird der Mangel auf handlungsorientierte Weise verdeutlicht.

KriegerdenkmalEin Kriegerdenkmal zu Ehren der Gefallenen des Ersten Weltkrieges wurde erst 1935 in Auftrag gegeben, wobei die Einweihungsfeier als nationalsozialistisches Propagandaspektakel genutzt wurde. Interessant ist auch zu verfolgen, wie sich dieses Denkmal im Laufe der Jahre "veränderte".

Kriegerdenkmal in Schwäbisch Gmünd
© Foto: W. Lienert (vgl. M 6 )

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -

letzte Änderung: 2016-12-08