Buchtipps, Methoden, Konzepte und Projekte rund ums Lesen und Vorlesen bietet der Ideenpool Lesen gegliedert für alle Schularten und auch für den Elementarbereich.

Unsere Buchempfehlung im Oktober 2019


Maria Dek: Wenn ich einmal groß bin (ab 2 - 4 Jahren)
Verlag: Knesebeck

Verlag: Carlsen
Verlag: Kallmeyer in Verbindung mit Klett

Maria Dek: Wenn ich einmal groß bin

Quand je serai grand; Das Zahlenbuch der großen Träume

Verlag: Knesebeck-Verlag 2019
Illustratorin: Maria Dek
Übersetzer/in: Theresa Scholz
ISBN-10: 9783957282767
Gebunden : 48 Seiten
Altersempfehlung: ab 2 - 4 Jahren
Bilder - Vorlesebuch

Die Autorin und Illustratorin Maria Dek lebt und arbeitet in Polen. Sie liebt den Wald und versucht, Kindern die unberührte Natur durch ihre Illustrationen näher zu bringen. Das Malen mit Wasserfarben ist ihre bevorzugte Arbeitsweise, der Leser / die Leserin findet immer wieder neue Details, die die Fantasie anregen.

In ihrem Buch „Wenn ich einmal groß bin“ lernen die Kinder spielerisch die Zahlen eins bis fünfundzwanzig, träumen von ihrem Leben als Große und werden in eine andere Welt entführt. Der Protagonist, ein kleiner Junge, träumt von seinem Leben als Erwachsener. Dabei wird aus seiner Perspektive geschildert, was er machen will. Dies sind kleine und große Dinge. Sein Ziel ist es zum Beispiel, so groß wie ein Riese zu werden, Schuhe selbst binden zu können oder Tiersitter zu sein. Auch Dinge, über die man schmunzeln muss, werden aufgegriffen, zum Beispiel will er 20 Pizzen essen.

Das Buch (Vorschau der Buchseiten -> Blick ins Buch) kann als Ausgangspunkt zu einem Gespräch oder einem Bild über die eigenen Träume verwendet werden, eignet sich zum Vorlesen und Zählen Zuhause oder in der Kita. Die Kinder können selbst entdecken und zählen, der Text muss nicht zwangsläufig vorgelesen werden; die Kinder können zunächst auch nur schildern, was sie sehen und die dargestellten Gegenstände, Tiere oder Personen zählen. Das Buch eignet sich für jüngere Kinder im Alter von zwei bis fünf Jahren, da diese zählen lernen und das Buch altersgerecht die Fantasie anregt.


M.S. Ideenpool Lesen

Mehrnousch Zaeri-Esfahani: 33 Bogen und ein Teehaus

Verlag: Carlsen; Auflage: 2. (28.September 2018)
ISBN-13: 978-3551317469
Taschenbuch : 144 Seiten
Altersempfehlung: ab 12 Jahren
Jugendbuch

Die Autorin beschreibt in dem autobiographischen Roman ihre Kindheit in den 1970er/1980er Jahren in der Stadt Isfahan im Iran. Ihr Vater ist Arzt, wodurch die Familie privilegiert lebt. Als der Schah 1979 vertrieben wird, hoffen alle auf ein besseres und freieres Leben. Dies bleibt aber ein Wunsch, der Machthaber Ajatollah Ruhollah Chomeini errichtet in kürzester Zeit eine Willkürherrschaft und beraubt die Bevölkerung aller Freiheit und Rechte. Bespitzelung, Entführungen und Unterdrückung werden zur Alltäglichkeit. Die Grundfreiheiten der Menschen werden massiv eingeschränkt, Frauenrechte abgeschafft und der Krieg gegen den Irak beginnt. Als schließlich Mehrnouschs 14-jähriger Bruder Mehrdad in den Krieg geschickt werden soll, flieht die Familie über die Türkei nach Deutschland und kommt Mitte der 1980er in Ostberlin an.

Eindrücklich schildert die Autorin ihre Flucht aus der Heimat, dabei werden ihre Erlebnisse, Gedanken und Gefühle beschrieben. Das Buch eignet sich für die private Lektüre, aber auch für den Einsatz im Unterricht ab Klasse 7. Es greift die aktuelle Thematik der Flucht auf, schildert das Geschehen aus Sicht eines Flüchtlings. Die Schülerinnen und Schüler bekommen Eindrücke, wie es ist, in ein fremdes Land zu kommen, eine fremde Sprache lernen und sich an andere Regeln und Sitten gewöhnen zu müssen. Durch den geringen Umfang von 144 Seiten ist das Buch auch für Wenigleser*innen sehr geeignet.

Mehrnousch Zaeri-Esfahani erzählt in Anekdoten, die Sprache ist poetisch, aber verständlich. Im Unterricht kann das Buch in verschiedenen Modulen (docx/pdf) erarbeitet werden, der Verlag bietet Material.


M.S. Ideenpool Lesen

Ulrike Krug, Daniel Nix: Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzepts: Ein Praxisleitfaden für alle Schulformen

Verlag: Kallmeyer in Verbindung mit Klett 2017
ISBN-13: 978-3772711725
Taschenbuch : 200 Seiten
Altersempfehlung: Erwachsene
Fachbuch

Leseförderung ist noch immer ein wichtiges Thema. Ziel jeder Schule sollte es sein, die Leseförderung zu verbessern und den Kollegen/Kolleginnen ein Basiswissen über Lesekompetenz zu vermitteln. Damit die Lernenden in allen Fächern und nicht nur dem Deutschunterricht gezielt gefördert werden können, ist ein Leseförderkonzept hilfreich und sinnvoll.
Der Band „Entwicklung eines schulischen Leseförderkonzepts: Ein Praxisleitfaden für alle Schulformen“ von Ulrike Krug und Daniel Nix möchte Schulen einen Weg aufzeigen, wie man zu einem sinnvollen Leseförderkonzept kommt. Wichtig ist den Autoren, dass bereits Vorhandenes gesichtet und weiterentwickelt wird. Die Autoren wurden sowohl bei der Erstellung als auch Erprobung des Konzepts wissenschaftlich von Professor A. Gold begleitet, eine Beratung fand durch das BISS-Konsortium statt. Dass das Konzept gelingt, zeigt die Implementierung, die im Rahmen des Projektes an hessischen Schulen stattfand.

Zunächst zeigen die Autoren die Bedeutung von Leseförderkonzepten in der Schule und einen Einblick über die Bedeutung von schulischen Leseförderkonzepten. Im Anschluss wird der Begriff „Lesekompetenz“ erklärt und gezeigt, wie in der eigenen Schule eine Bilanz zur Leseförderung gezogen werden kann. Es wird die Notwendigkeit dargestellt, den Ist- und Soll-Zustand zu erheben, die angebotenen Fragebogen beziehen sich auf die verschiedenen Aspekte des Lesens, zum Beispiel Diagnoseverfahren, den Einsatz von Lesestrategien und die Förderung der Lesemotivation.

Das entwickelte Förderkonzept, das im Anschluss vorgestellt wird, ist in drei Module gegliedert:

1. „Basale Lesefertigkeiten/Leseflüssigkeit“
2. „Textverstehen und Lesestrategien“ und
3. „Lesemotivation“.

Ziel ist, dass in der Schule systematisch lesefördernde Maßnahmen umgesetzt werden. Dabei werden den Lehrenden Theorie und Praxis gleichermaßen geboten. Im ersten Modul geht es um „die basalen Lesefertigkeiten auf der Wort-, Satz- und lokalen Textebene“ (S. 79). Es wird auf die „Bedeutung und Förderung der Leseflüssigkeit“ (S. 79) eingegangen und das bekannte Förderverfahren, das Lautlese-Tandem, ausführlich vorgestellt.

Im zweiten Modul steht die Förderung des Textverständnisses durch eine „gezielte Vermittlung von Lesestrategien im Mittelpunkt. Den Schwerpunkt bildet das Mehrebenenmodell des Lesens. Es werden Empfehlungen für die Strategievermittlung in den verschiedenen Fächern gegeben, zum Beispiel wird auf grafische Schemata eingegangen, „mit denen [Schüler*innen] den Text in seinen zentralen Aussagen erfassen und anschaulich darstellen können“ (S. 94). Auch hier werden Praxisbeispiele gegeben für die Primar- und Sekundarstufe und verschiedene Fächer.

Das dritte Modul widmet sich der Lesemotivation. Ziel ist es, dass Schüler*innen ein „positives Selbstkonzept von sich als Leser entwickeln können“ (S. 106), Voraussetzung ist, dass die Lernenden flüssig lesen können und die Texte, die sie lesen, auch verstehen. Nach der Darstellung der Notwendigkeit und Möglichkeiten einer Diagnostik wird auf die Leseanimation eingegangen. Es muss Werbung für Bücher und Lesen gemacht werden, zum Beispiel durch Lesenächste, Aktionen und Projekte rund ums Lesen und um Bücher, auch auf die gezielte Förderung von Jungen wird eingegangen. Die Praxisbeispiele zeigen verschiedene Wege, um Viellese-Verfahren zu implementieren.
Veranschaulicht werden alle Module durch Schaubilder und Folien, die im Downloadbereich auch als Powerpointpräsentation auf den Seiten des Verlags abrufbar sind. Dies ermöglicht einen unkomplizierten Einsatz im Kollegium. Auch Materialien und Checklisten können abgerufen werden, sodass ein Rundum-Paket geboten wird.

Für Schulen, die ein schulisches Leseförderkonzept einführen und ein verbindliches Lesecurriculum erarbeiten wollen, gibt das Buch die nötigen Impulse, Informationen und Materialien.


M.S. Ideenpool Lesen

 


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