Die Sibyllenspur - das Rätsel im Lautertal

Hintergrund

Bedeutung

Die Sibyllenspur ist eine (bis heute nicht völlig geklärte) schräg durchs Lautertal zwischen Dettingen und Owen im Gelände verlaufende Spur, die sich alljährlich im Frühsommer in den Feldern abzeichnet.
Zu sehen ist sie am besten aus entsprechender Entfernung, etwa vom Hohenbol, der Teck oder auch aus dem Flugzeug. Man hat zu allen Zeiten nach Erklärungen gesucht.

Bedeutung

Die Sibyllenspur stellt nach neueren Forschungen eine Etappe der römischen Landnahme Südwestdeutschlands dar und bietet durch ihre Rätselhaftigkeit für Schülerinnen und Schüler einen hohen Motivationswert.
Die Schülerinnen und Schüler können an der Entschlüsselung der Erscheinung beteiligt werden und sind angehalten, über die noch ungeklärte Frage der Verlängerung nachzudenken und Hypothesen zu formulieren.
Am Beispiel der Sibyllenspur können grundsätzliche Fragen der historischen Erkenntnisgewinnung diskutiert werden. Dies kann im Klassenzimmer geschehen, aber auch zu bestimmten Jahreszeiten im Gelände. Denkbar ist auch, dass die Schülerinnen und Schüler zur Langzeitbeobachtung im privaten Bereich aufgefordert werden.
Die Sibyllenspur ist auch ein Beispiel für die Veränderungen, die die Romanisierung im Südwesten mit sich brachte.

Anlage

Obwohl nur ein ganz kleiner Teil der Grenzbefestigung ergraben wurde, konnte festgestellt werden, dass die Sibyllenspur aus drei parallelen Gräben besteht: zwei Spitzgräben im Abstand von 6 m (3,2 m breit, 1,6 m tief bzw. 2,6 m breit und 1,4 m tief), daneben im Abstand von 1,5 m ein 50 cm breiter und 1 m tiefer Graben, in dem wohl die Holzbohlen einer Palisade standen. Die Palisade war durch einen Erdwall gestützt. Hinter der Sibyllenspur wurde die Ecke eines Kleinkastells ergraben.
ln den Gräben fanden die Archäologen Teile eines Terra-Sigillata-Gefäßes, das auf die Jahre 120-130 n.Chr. datiert werden konnte.

Die Erkundung der Sibyllenspur kann Thema eines Lerngangs oder eines Wandertags sein, allerdings nur bei entsprechender Vegetationsphase, etwa im Frühsommer. Dazu ist eine gewisse Entfernung von der Erscheinung notwendig (Prinzip der Luftbildarchäologie). Die glücklichen topografischen Umstände erlauben es, von der Teck oder vom Hohenbol die Sibyllenspur zu sehen.
Eine Begehung der Sibyllenspur in nächster Nähe ist nicht sinnvoll.

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Stuttgart -


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