Lebensalltag im Kloster: Die ehemalige Zisterzienserabtei Bebenhausen

Methodenvorschlag

Verlaufsplanung mit Materialien

Zeit/
Phase
Inhalte/
methodische Hinweise
Material
G M E
G8/G9

1. Doppelstunde: Wie man im Kloster lebt

1.1. Einstieg: Orte im Kloster

Die Schülerinnen und Schüler lernen über verschiedene Ansichten aus dem Klosterbereich den Ort als solchen kennen und stellen Fragen (Fragekompetenz).
Dabei kann die Lehrkraft wählen, ob sie die Bilder als Gallery Walk laminiert aushängen möchte (AB 1a) oder als PPT-Präsentation den Schülern zeigen möchte (AB 1c). Die Schülerinnen und Schüler erhalten einen Auswertungsbogen (AB 1b), mit dem sie die Bilder im Kleinformat sowie eine Spalte für erste Eindrücke und Frage erhalten. Im G- und M-Niveau kann diese Eingangsphase noch ergänzt werden durch eine Geschichte, die der Lehrer vorliest (AB 1d).

AB 1a
AB 1b
AB 1c,
AB 1d

AB 1a
AB 1b
AB 1c

1.2 Auswertung 1: Fragen an ein Kloster

Die Ergebnisse der Schülerinnen und Schüler werden gesammelt (z.B. über ein Auswertungsverfahren, bei dem jeder seine Fragen auf DIN A 5 große Blätter schreibt und diese an der Tafel befestigt) und geordnet - hierfür ist die Systematik von AB 2 sinnvoll.
Mögliche Fragen (als Orientierung für die Lehrkraft) sind ebenfalls auf AB 2 zu finden. Das Ziel wäre möglichst eine Ordnung der Fragen nach solchen, die der Sachkompetenz zuzuordnen sind (AB 2, S. 2, 1. Spalte), und solchen, die stärker die Reflexionskompetenz bedienen (AB 2, 2. Spalte). Die beiden folgenden Doppelstunden sind so angelegt, dass zunächst die Frage: "Wie lebt man im Kloster?" im Zentrum stehen soll, wohingegen in der zweiten Doppelstunde die Funktion des Klosters thematisiert wird.

AB 2

1.3 Rollenspiel: Das Leben im Kloster

Anhand von fünf Rollenspielen, die die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen erarbeiten sollen, werden unterschiedliche Situationen im Kloster von den Schülerinnen und Schülern nachvollzogen:
- der Eintritt ins Kloster (AB 3a)
- das erste Jahr als Novize (AB 3b)
- die Rolle von Regeln (AB 3c)
- verschiedene Klosterämter (AB 3d)
- die Wahl eines neuen Abtes (AB 3e)
Der zentrale Arbeitsauftrag ist komplex und wird einen großen Teil der Doppelstunde einnehmen. Dabei erhalten die Schülerinnen und Schüler grundlegende Informationen zum Vorgehen sowie zur Situation im Kloster. Die Gruppen können bis zu 6 Schüler aufnehmen, da nicht nur gespielt wird, sondern auch das anschließende Gespräch moderiert werden muss.

Bei wiederholtem Einsatz des Moduls empfiehlt es sich die erste Seite der AB 3a-e zu laminieren.

Differenzieren lässt sich hier nach dem Umfang der Rollenspiele - im G- und M-Niveau kann man ein oder zwei der Rollenspiele weglassen.

AB 3a
AB 3b
AB 3c

AB 3a
AB 3b
AB 3c
AB 3d
AB 3e

1.4 Auswertung 2: Vom Noviziat zur Abtwahl

Zur Auswertung erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Bogen (AB 3f), bei dem sie während des Spiels ihrer Mitschülerinnen und MItschüler Beobachtungen und Fragen sowie einen Ergebnissatz zum anschließenden Gespräch notieren.
Alle Vertiefungsfragen, die die Schülerinnen und Schüler auf ihrem AB haben, findet die Lehrkraft nochmals auf AB 7.

AB 3f
AB 7

1.5 Vertiefung/Puffer: Der Tagesablauf eines Mönches

Bei ausreichend Zeit und Neigung der Schülerinnen und Schüler kann an dieser Stelle noch fokussiert werden:
Der Tagesablauf eines mittelalterlichen Zisterziensermönches soll einem Tagesablauf eines heutigen Schülers gegenübergestellt werden. Hierbei sind eine einfachere Variante (AB 4a) hinsichtlich der Komplexität des Arbeitsauftrags und der vorherigen Ordnung des Materials und eine komplexere Variante abrufbar (AB 4b).

AB 4a

AB 4b

1.6 Schlussdiskussion im Plenum: Das Leben im Kloster - eine denkbare Alternative?

Am Ende der ersten Doppelstunde sollen die Schülerinnen und Schüler das Leben im mittelalterlichen Kloster in der Hinsicht bewerten, ob es für sie ein denkbares Lebensmodell darstellt. Sie unterscheiden dabei die damalige und die heutige Perspektive. Dabei geht es weniger um die konkrete Entscheidung des Schülers/der Schülerin als vielmehr um die Frage der Argumentation.

 

2. Doppelstunde: Was ein Kloster leistet

2.1 Einstieg: Wo uns heute noch klösterliche Produkte begegnen

Die Schülerinnen und Schüler lernen eine Reihe von gegenwärtigen Produkten aus Klöstern kennen. Dabei werden sie schnell bemerken, dass sich Klosterprodukte meist zum Verzehr oder zu hygienischen/medizinischen Zwecken benutzen lassen. Das Spektrum der klösterlichen Produkte ist nach wie vor enorm groß. Es wurden repräsentative Produkte aus deutschen Klöstern ausgewählt. Die Lehrkraft kann diese Produkte als Folie (AB 5a) oder als PPT-Präsentation (AB 5b) den Schülerinnen und Schülern zugänglich machen.

Über die aktuellen Produkte werden die Schülerinnen und Schüler zum Fragetableau der vorigen Stunde zurückgeführt. Die Produkte sind hierbei ein adäquater Anknüpfungspunkt für die zentrale Leitfrage der zweiten Doppelstunde: Was leiste(te)n die Klöster?

AB 5a AB 5b

2.2 Rollenspiel: Was ein Kloster leistet

Abermals in Rollenspielen (deren Methodik und Ablauf jetzt schon bekannt sind) nähern sich die Schülerinnen und Schüler dem zweiten großen Komplex an, der wirtschaftlichen und bildungspolitischen Rolle der Klöster. In den vier angebotenen Rollenspielen, die nach dem gleichen Muster verlaufen wie in der vorigen Doppelstunde, geht es um:
- die Klöster als wirtschaftliche Unternehmen (AB 6a)
- die Laienbrüder als notwendige Arbeitskräfte (AB 6b)
- Fragen von Hygiene und Gesundheit im Kloster (AB 6c)
- das Skriptorium als dem zentralen Ort der Bildung im Kloster (AB 6d)

AB 6a
AB 6b

AB 6a AB 6b AB 6c AB 6d

2.3 Auswertung: Wirtschaft, Bildung und Gesundheit

Abermals in zwei Schritten werden die einzelnen Erarbeitungsergebnisse ausgewertet: Die Schülerinnen und Schüler führen in ein Rollenspiel ein, führen es danach vor und leiten anschließend eine weitergehende Diskussion zu Fragen und Vertiefungen.
Für die Lehrkraft liegt abermals eine Sammlung der Vertiefungsfragen (AB 7) vor.

AB 6e
AB 7

2.4 Vertiefung:
- Genuss im Kloster?
- Aspekte der Nachhaltigkeit: Verdammt zum wirtschaftlichen Erfolg?

Um den Reflexionsgrad nach den Phasen der Imagination noch zu verstärken, können die Schülerinnen und Schüler sich noch mit zwei weiteren Aspekten des klösterlichen Lebens auseinandersetzen. Der genusssüchtige Mönch, der schlemmt und Unmengen von Alkohol trinkt, ist genauso einschlägig wie der Asket, der sich nichts gönnt - inwiefern diese Klischees der Realität entsprechen, sollen die Schülerinnen und Schüler mithilfe eines sehr alltagsnahen Textes, der sich mit den Nahrungsgepflogenheiten befasst, beurteilen. Alternativ und vom Schwierigkeitsgrad komplexer bietet das Modul noch an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Enthaltsamkeit und Reformideal auf der einen Seite mit dem wachsenden wirtschaftlichen Erfolg und der damit verbunden Pracht einzelner Zisterzienserklöster wie Bebenhausen einhergehen können.

AB 8a

AB 8b

2.5 Ausblick/ Puffer: Bebenhausen nach der Reformation

Bebenhausen hat auch nach der durch die Reformation bedingten Auflösung des Klosters noch ein interessantes Schicksal als Schule, Schloss und Parlament erlebt. Dieser wechselnden Geschichte nachzuspüren, ist die Aufgabe der Schülerinnen und Schüler in diesem fakultativen Unterrichtsschritt - die Arbeitsaufträge sind hier unterschiedlich komplex nach Niveaustufen gestellt.

AB 9a

AB 9b

2.6 Abrundung: Beantwortete und offene Fragen

Die Schülerinnen und Schüler vergleichen abschließend nochmals die Ergebnisse mit den Fragen, die sie zu Beginn der ersten Doppelstunde an das Thema "Kloster" hatten. Dies gibt Anlass über die Methoden nachzudenken, mit denen man zu Erkenntnissen gekommen ist, sowie die Fragetypen zu reflektieren und Strategien zu entwickeln, wie man bei zukünftigen Themen geschickt(er) Fragen an das Thema formuliert.

AB 2

- Arbeitskreis Landeskunde/Landesgeschichte RP Tübingen -