Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg -

Alltagsleben in der NS-Diktatur – Zustimmung, Unterdrückung und Widerstand

Ort/Region

Kurzbeschreibung

Frühe Verfolgung Andersdenkender

Stuttgart Der Geschichtsort „Hotel Silber“: Ausgrenzung und Verfolgung am Beispiel der Gestapo-Zentrale in Stuttgart

Das Hotel Silber um 1900 in dem Zustand vor der Bombardierung 1944

Das Hotel Silber, das während der NS-Zeit als Gestapo-Zentrale von Württemberg diente, wurde 2018 als "Ort des historisch-politischen Lernens und der Begegnung" unter der Gesamtverantwortung vom Haus der Geschichte eröffnet. Die Austellung dokumentiert am originalen Schauplatz das Wirken und Handeln der Geheimen Staatspolizei und beleuchtet damit deren Funktion als wichtiges Herrschaftsinstrument der NS-Diktatur.

Mit Hilfe dieses Moduls können die Lehrkräfte einen Besuch des Hotel Silber in einer Doppelstunde vor- und in einer weiteren Doppelstunde nachbereiten. Die angebotenen Materialien stellen fünf konkrete Beispiele von Tätern und Opfern der Gestapo Stuttgart vor, an denen die politische und rassische Verfolgung des NS-Staates deutlich wird.

Überlingen Zwangsarbeit im Überlinger Stollen und die Erinnerung daran

KZ-Friedhof bei Birnau (2017)

Das Modul für die Sekundarstufe I setzt sich mit der NS-Zwangsarbeit im Überlinger Stollen auseinander. Am regionalgeschichtlichen Beispiel können allgemeine Merkmale von Zwangsarbeit herausgearbeitet und übertragen werden. Des Weiteren steht die Diskussion, ob und wie an die Zwangsarbeit heute erinnert werden soll bzw. kann, im Zentrum. Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Möglichkeit, einen eigenen Mahnmalentwurf zu gestalten und ihn auf die Aussageabsicht im Bezug zu den bereits erarbeiteten historischen Fakten zu überprüfen. Alle Materialien sind nach Niveaustufen differenziert.

Spaichingen

Das KZ vor der Haustür - KZ Spaichingen, ein Außenlager von Natzweiler-Struthof

Ehemaliges KZ-Gebäude - Fotografie von 1952

Im diesem binnendifferenzierten Unterrichtsmodul (G/M/E) erarbeiten die Schülerinnen und Schüler ausgehend von der Gedenkstätte in einem Gruppenpuzzle die Themenbereiche Geschichte des Außenlagers, Lageralltag der Häftlinge, Beobachtungen und Reaktionen der Bevölkerung, Verantwortliche und Täter, Todesmarsch und Gedenken/Erinnerung. Damit soll das Bewusstsein geschaffen werden, dass es neben den bekannten KZ wie Buchenwald, Dachau oder Auschwitz auch kleinere Lager gab, die für das NS-System wichtig waren - wie dieses hier in Spaichingen. Am Ende der Einheit wird über Wege des Umgangs mit dieser Vergangenheit reflektiert.

Ulm

Das KZ Oberer Kuhberg bei Ulm – der NS-Terror wird entfesselt

Der Zugang zum KZ Oberer Kuhberg am 1. Mai 1934

Die Schülerinnen und Schüler lernen das KZ Oberer Kuhberg als frühes Lager der NS-Diktatur kennen: Die Hintergründe der frühen Verfolgungen im NS-Staat (Haftgründe, Häftlinge, Haftbedingungen und Propaganda) spielen die zentrale Rolle in der ersten Doppelstunde, die auf einen Besuch des Lernorts vorbereiten soll. Die zweite Doppelstunde widmet sich der Reflexion des Häftlingsalltags sowie einer Verortung der sog. „frühen Lager“ in der Geschichte des Nationalsozialismus. Das Modul enthält Material auf unterschiedlichen Komplexitätsstufen und differenziert darüber, dass Schüler unterschiedlich umfassende Aufgaben gestellt bekommen, die sie in der gleichen Zeit absolvieren.

Verfolgung jüdischer Mitbürger

Haigerloch Eine hohenzollerische Kleinstadt und die Schoah: Die jüdische Gemeinde Haigerloch 1933 bis 1942

Letztes Kapitel eines Leidensweges: Der Bahnhof Haigerloch

Das Unterrichtsmodul thematisiert die Frage, wie sich die antisemitische Politik der Nationalsozialisten in einer schwäbischen Kleinstadt durchsetzte und konkretisierte, wo sie an ihre Grenzen stieß und wie sich auch die Einwohner Haigerlochs in die Fragen nach Schuld und Verantwortung für die Verbrechen der Schoah verstrickten.

In der ersten Doppelstunde verdeutlicht das Schicksal der jüdischen Familie Spier auf ergreifende Weise, dass die Entscheidung auszuwandern oder in Haigerloch zu bleiben in dem Spannungsfeld von Ablehnung und Solidarität durch nichtjüdische Mitbürger, von lokaler Verwurzelung und staatlicher Repression gefällt werden musste.

Mannheim

Die Deportation der Mannheimer Juden nach Gurs

Gedenkstele im Schulhof der Friedrich-List-Schule Mannheim

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit der Deportation der Mannheimer Juden nach Gurs auseinander und erkennen, dass die Deportation nicht heimlich stattgefunden hat. Sie lernen Oskar Althausen, Dr. Eugen Neter und Kurt Bigler kennen, die im Internierungslager Gurs waren.

Das Modul ist nach drei Niveaustufen differenziert und direkt im Unterricht einsetzbar. Darüber hinaus beinhaltet es Materialien zur Erstellung und Durchführung einer interaktiven Lernorterkundung mit thinglink.

Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof

Bisingen Das KZ-Außenlager Bisingen – Entgrenzung und Erinnerung
 

"Wüste"-Werk 2 und KZ Bisingen (gesamt)  vom 16.04.1945

... Mithilfe des Moduls erfahren die Schülerinnen und Schüler, was sich in Bisingen ereignet hat, unter welchen Bedingungen das Lager existiert hat und wie es von Häftlingen, Tätern und Dorfbewohnern wahrgenommen wurde, und lernen so den Begriff des „entgrenzten Terrors“ kennen.

Außerdem beschäftigt sich das Modul mit dem Schweigen und der Aufarbeitung nach 1945 und zeigt, wie die Gemeinde Bisingen den „Mut zur Verantwortung“ gefunden hat.

   

 

 


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